Die Frage ist nicht "Was kann ich tun?",

sondern "Was kann ich lassen,...?"

(Masanobu Fukuoka)

 

Also, wer sind wir und was wollen wir eigentlich?

Jeder von uns hat seine Vorstellung von „Gutem" - also gut produziertem - Gemüse und dem was in unseren Gärten wachsen soll.
Doch, was ist „gutes Gemüse“ und im weiteren Rahmen "gute Nahrung" eigentlich? Gibt es dafür eine gültige Definition? Und wenn ja, wie können wir diese umsetzen?

 Als Teil des Projekts stehen daher auch folgende Punkte auf der Tagesordnung:

  • Neben dem Anbau unseres Gemüses Neues ausprobieren:

    • Was können und wollen wir noch anbauen?
    • Was ist wichtig für ein (Öko-) System in dem nicht nur wir sondern auch wildlebende Tiere und Insekten satt werden?
    • Wie können wir ohne "Giftkeule" gesunde Pflanzen ziehen und "Schädlinge" fernhalten?

  • Wer kann noch ein Zuhause in den Gärten finden? Die Welt gehört nicht uns allein!

  • Themen wie Imkerei und Tierhaltung z. B. von Hühnern und Laufenten werden durchdacht und - wenn möglich - umgesetzt.

  • Die Bodenfruchtbarkeit erhalten und zukünftig verbessern.

  • Mit der vorhandenen Fauna & Flora arbeiten - Leben und leben lassen zum gegenseitigen Nutzen!

  • Die Gärten so bearbeiten, dass sie auch zukünftigen Generationen Nahrung anbieten können. Wir lassen sie nicht ausgelaugt, vergiftet oder unfruchtbar zurück.

  • Und vor allem: Die Freude am Gärtnern steht im Vordergrund. Der Garten soll nicht nur zu einem Ort der Erzeugung von Lebensmitteln gemacht werden.

Aus diesem Grund verzichten wir darauf aufzurechnen, welchem Geldwert unser "Bio"-Gemüse im Vergleich zum Einkauf im Bioladen entspricht.
Ein Wert ist nicht ausschließlich in Zahlen und Geld zu bemessen.

 

 

Eingangs wurde die Frage nach dem "guten Gemüse" gestellt und den möglichen Wegen, es zu erzeugen. Hier muss man sich mit den philosophischen ebenso wie mit den wissenschaftlichen Formen anfreunden, wie sich Fragen überhaupt beantworten lassen. Man stößt dabei auf eine klare, wenn auch ungeliebte Aussage:
"Die" Antwort finden, ist ein Prozess der davon lebt, das "Gefundene" permanent zu prüfen und - wenn nötig - zu widerlegen. Nur so schaffen wir Platz, für die jeweils richtige Möglichkeit, die dem Augenblick angemessen ist.
 
 
Das klingt abstrakt, daher ein kurzes Beispiel:

Thema Mulchen - Ist mulchen "gut"?

Die Antwort lautet: "Es kommt drauf an..."
Mit dieser Antwort werden wir oft konfrontiert sein, es bedeutet einfach: die "Qualität" des Moments wahrnehmen und darauf reagieren.
Also: "Ist mulchen gut?" Hier ein paar Auszüge aus dem komplexen Thema.
 
Ja!
  • Mulchen schützt die Bodenoberfläche vor Erosion
  • vermeidet Austrocknung
  • liefert Nährstoffe
  • hält Temperaturschwankungen gering
  • kann, je nach verwendetem Mulchmaterial, den pH-Wert des Bodens beeinflussen
Nein!
  • vermindert eine Erwärmung des Bodens im Frühjahr
  • ist optimales Lager für Schnecken und andere "Mitesser"
  • hält den Boden zu feucht und kann zu Fäulniss führen
  • kann, je nach verwendetem Mulchmaterial, überdüngend wirken
  • kann, je nach verwendetem Mulchmaterial, keimhemmend auf Saatgut wirken


Mit gewissen Unsicherheiten müssen wir uns also anfreunden. Das mag ungewohnt sein aber regt zum denken und diskutieren an.
Jeder kann und soll seine Umgebung wahrnehmen und eigene Entscheidungen treffen.

 

 Hier sind einige Punkte zusammengestellt, worauf du dich bei Mundwerk verlassen kannst, was es bereits gibt und worum wir uns kümmern werden:

  • das "Ganze" durchdenken: unsere Fläche hört nicht jenseits ihrer Grenzen auf. Sie ist Teil eines größeren (Lebens-)Raums, den wir bestmöglich gestalten.
  •  schonende Bodenbewirtschaftung = Verminderung und Verzicht von Pflugbearbeitung/Tiefenbearbeitung des Bodens
  •  Verzicht auf chemische Dünge- oder sog. Pflanzenschutzmittel

  •  Gründüngung zur Bodenverbesserung und als Mulch

  •  Dauerhafte Fruchtfolgen und sich unterstützende Pflanzengemeinschaften

  •  Einbeziehung der Standortfaktoren, Bodenbeschaffenheit und Lage (u. a. Bodenartenspezifische Nutzung, Erosionsschutz, Mikro-Klima, umgebende Vegetation usw.)

  •  Dauerhafte Bepflanzungen für Nützlinge im Randstreifen, als Windschutz und als Bienenweide

  •  Dauerhafte Bepflanzungen zur Beeren- und Obsternte

  •  Sitzplätze für Greifvögel zur "Schädlings"-regulierung sowie Duft- und Lockfallen

  •  Kreislaufwirtschaft durch Kompostierung auf der Fläche und Wissens- sowie Güteraustausch mit unserem Biobauern und Allen die uns kennenlernen

 

 

 

 Bienen und Hummeln am Heilziest - eine wichtige Nahrungsquelle in unserem Blühstreifen

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